Ein Stück verlorener Poesie
Als in den Jahren 1830 bis 1854 durch den Staat das Nachtwachwesen umorganisiert wurde, fiel zum Bedauern der Bevölkerung der beliebte Nachtwächter weg und wurde durch die Polizei ersetzt. Die nächtlichen Sicherheitsverhältnisse verbesserten sich dadurch zwar erheblich, man trauerte dem alten Nachtwächter trotzdem nach und klagte über „Ein Stück verlorener Poesie".
Der Wunsch nach persönlicher, individueller Bewachung wurde immer allgemeiner und gebar schließlich einen neuartigen Schutzgedanken, der überall aufgegriffen und in die Praxis umgesetzt wurde. Im Jahre 1901 gründete ein deutscher Kaufmann – nachdem er sich in Amerika Kenntnisse über Bewachungsgesellschaften erworben hatte – in Hannover die erste Wach- & Schließgesellschaft. Bald schon wurden in ganz Deutschland neue Gesellschaften und Filialen gegründet.
Am 21. August 1902
gründete sich die Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft. Das Tätigkeitsfeld war Nürnberg und Nordbayern.
1904
schlossen sich die deutschen Wach- & Schließgesellschaften zu einem Verband zusammen und brachten sogar eine eigene Zeitung heraus, in der sie ihre Bewachungserfolge veröffentlichten.
Obwohl die Wächterschaft der Gesellschaft noch nicht über die heutige Ausbildung verfügte, erzielte sie doch Erfolge, die achtunggebietend sind. Auch die Behörden begannen mehr und mehr, sich die Dienste der neuen Gesellschaften nutzbar zu machen. In einem Bericht von 1904 werden die öffentlichen Auftraggeber der Nürnberger Wach- & Schließgesellschaft genannt:
: Königliche Zentralwerkstatt
: Königliche Kreis-Taubstummen-Anstalt
: Königlicher Nordbahnhof und
: die Neubauten des Stadtmagistrats
Heute
hat sich die Nürnberger Wach- & Schließgesellschaft zu einer der bedeutenden Firmen dieser Branche in Deutschland entwickelt. Sie ist ein modernes Dienstleistungsunternehmen, welches sich in Ihren 24-Stunden Notruf- und Serviceleitstellen sowie Videozentralen einer äußerst aufwendigen Technik bedient.
Mittlerweile ist das Unternehmen in Nürnberg, Bamberg, Berlin, Coburg, Hofgeismar, Ingolstadt, Leipzig, Neuötting, Sinheim/Steinsfurt, Stuttgart, Wien und Würzburg vertreten.
